Beim Systemwechsel denken alle an die Produktdaten. Die lassen sich exportieren und importieren, und das funktioniert meist. Das Problem liegt woanders.
Die Adressen
Ein Shop mit dreitausend Artikeln hat mindestens dreitausend Produktadressen, dazu Kategorien, Filterkombinationen und Herstellerseiten. Jede davon kann in Suchergebnissen stehen, in Preisvergleichsportalen hinterlegt sein oder als Ziel einer laufenden Anzeige dienen.
Ändert das neue System die Adressstruktur, laufen sie alle ins Leere – gleichzeitig, am Umstiegstag.
Die Vorarbeit besteht deshalb aus einer vollständigen Erfassung: aus der bestehenden Sitemap, den Serverdaten und den Berichten der Search Console. Danach bekommt jede Adresse ein Ziel.
Die Kundenkonten
Stammdaten und Bestellhistorie lassen sich übertragen. Passwörter nicht – sie liegen nur als Prüfsumme vor, und die Verfahren unterscheiden sich zwischen Systemen.
Übliche Lösung: Beim ersten Anmelden im neuen Shop wird zur Neuvergabe aufgefordert. Das ist zumutbar, muss aber vorbereitet und angekündigt sein. Wer Bestandskunden ohne Vorwarnung vor eine Fehlermeldung stellt, verliert einen Teil davon dauerhaft.
Zahlungen und Abonnements
Der Teil, der am wenigsten in der Hand der Agentur liegt. Gespeicherte Zahlungsverbindungen und laufende Lastschriftmandate hängen am Zahlungsdienstleister.
Wenn im Shop Abonnements laufen, gehört diese Frage an den Anfang der Planung – nicht ans Ende. Sie kann die Systemwahl beeinflussen.
Der Umstiegstag
Drei Dinge unmittelbar prüfen: Ist die Suchmaschinensperre der Testumgebung gelöst? Greifen die Weiterleitungen stichprobenartig? Läuft eine Testbestellung vollständig durch, einschließlich Zahlung und Bestätigungsmail?
Und: Wer ist an diesem Tag erreichbar? Ein Umstieg am Freitagnachmittag ist eine Entscheidung, die man einmal trifft.
Danach
Einige Wochen beobachten: Fehlerseiten, Zahl indexierter Seiten, Abbruchquote in der Bestellstrecke. Der letzte Wert ist der wichtigste und wird am häufigsten übersehen – eine Migration kann technisch gelingen und trotzdem eine Hürde eingebaut haben, die vorher nicht da war.